Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
Mit der Fortbildungsveranstaltung am 21.01.2026 wurde das ophthalmologische Jahr mit einem bewusst praxisnahen und kritischen Blick auf die intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) eröffnet. Ziel der Veranstaltung war es, die Diskrepanz zwischen Studienlage und Versorgungsrealität zu beleuchten und konkrete Lösungsansätze für den klinischen und niedergelassenen Alltag aufzuzeigen.
Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen der täglichen Praxis: Warum bleibt der Therapieerfolg der IVOM in der Routineversorgung häufig hinter den Erwartungen zurück? Weshalb brechen mehr als 30 % der Patientinnen und Patienten die Therapie vorzeitig ab? Und wie lassen sich angesichts steigender Patientenzahlen, begrenzter personeller Ressourcen und zunehmender organisatorischer Anforderungen nachhaltige Entlastungen für Praxen schaffen?
Den Auftakt machte Dr. sc. hum. Ilka Sutor, Geschäftsführerin der Augenspezialisten Saar. Sie stellte aktuelle Entwicklungen und Optimierungen im Visyonet-System vor und präsentierte Ergebnisse aus ihrer Dissertation zur Behandlungsrealität von IVOM-Patientinnen und -Patienten. Der Fokus lag auf praxisnahen Verbesserungsmöglichkeiten, die sowohl die Patientenversorgung als auch die Abläufe im Behandlungsalltag optimieren können.
Prof. Dr. med. Kai Januschowski, FEBO, Ärztlicher Leiter der Augenklinik Petrisberg Trier und Chefarzt am Brüderkrankenhaus Trier, stellte mit dem Patiententelefon ein innovatives Versorgungskonzept vor. Anhand konkreter Erfahrungen zeigte er auf, wie durch eine strukturierte telefonische Betreuung sowohl das Praxisteam spürbar entlastet als auch die Erreichbarkeit und Betreuung der Patientinnen und Patienten – auch außerhalb der Praxisräume – nachhaltig verbessert werden kann.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte Dr. Simo Murovski, Augenzentrum Erzgebirge MVZ GmbH, mit seinem Vortrag zu innovativen Versorgungsansätzen im ländlichen Raum. Als einer der führenden Anwender telemedizinischer Konzepte in der Augenheilkunde stellte er ein gemeinsam mit der KV Sachsen etabliertes Versorgungsmodell vor, das zur nachhaltigen Schließung regionaler Versorgungsengpässe beiträgt und zugleich die Attraktivität augenärztlicher Einrichtungen als Arbeitgeber steigert.
Die große Resonanz unterstrich die Relevanz der Themen: Rund 650 Teilnehmende waren online zugeschaltet, zusätzlich nahmen knapp 70 Kolleginnen und Kollegen vor Ort an der Veranstaltung teil. Ergänzt wurden die klinischen Inhalte durch Einblicke in Abrechnungsstrukturen, Versorgungsforschung und neue organisatorische Ansätze. Der fachliche Austausch – sowohl im Hybridformat als auch im persönlichen Gespräch – ermöglichte eine lebhafte Diskussion über zukunftsfähige Versorgungsmodelle in der Ophthalmologie.
Den Abschluss fand der Fortbildungsabend in der gewohnt gemütlichen Atmosphäre bei Speisen und Getränken, die Raum für kollegialen Austausch, vertiefende Gespräche und Vernetzung bot. Insgesamt setzte die Veranstaltung damit wichtige Akzente für eine patientenzentrierte, effiziente und nachhaltige IVOM-Versorgung im Jahr 2026 und darüber hinaus.