Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
Zum Frühlingsauftakt 2025 und inmitten der Fastenzeit fand eine augenärztliche Fortbildungsveranstaltung im Hybridformat statt, die sich dem Thema Kataraktchirurgie aus bewusst unterschiedlichen Blickwinkeln widmete. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl Aspekte der konservativen Augenheilkunde als auch die Perspektiven junger und aufstrebender Operateurinnen und Operateure. Ziel war es, Sichtweisen in den Fokus zu rücken, die in der fachlichen Diskussion häufig zu kurz kommen, und zugleich dem ophthalmologischen Nachwuchs eine Plattform für Austausch und Orientierung zu bieten.
Den Auftakt gestaltete Prof. Dr. med. Kai Januschowski, der als erfahrener Ausbilder für den vorderen und hinteren Augenabschnitt die Lernkurve junger Operateure beleuchtete. Er zeigte typische Herausforderungen in der frühen chirurgischen Ausbildung auf und diskutierte praxisnahe Strategien, um Sicherheit, Qualität und operative Routine schrittweise zu entwickeln.
Dr. Anne-Sophie Terryn widmete sich den unterschiedlichen Typen von Intraokularlinsen und stellte deren Vor- und Nachteile differenziert dar. Dabei spannte sie den Bogen zwischen den Versprechungen der Industrie und der oftmals berechtigten Skepsis im klinischen Alltag und gab wertvolle Entscheidungshilfen für die individuelle Linsenauswahl.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte Dr. med. Lukas Bisorca-Gassendorf, der die Entwicklung der chirurgischen Laufbahn nach den ersten Hunderten Kataraktoperationen beleuchtete. Anhand eigener Erfahrungen ging er auf typische Hürden, Lernprozesse und Entscheidungspunkte ein, die junge Operateurinnen und Operateure auf ihrem weiteren Weg begleiten.
Den Abschluss bildete PD Dr. med. Susanne Hopf mit einem Überblick über MIGS-Verfahren und die moderne Glaukomchirurgie. Besonders anschaulich war dabei der Vergleich zwischen der universitären Medizin am Standort Mainz und der klinischen Versorgung im Regiopolraum Trier, der Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Versorgungsstrukturen verdeutlichte.
Die Veranstaltung am 09. April 2025 bot den Teilnehmenden – sowohl vor Ort als auch online – einen informativen und kurzweiligen Abend mit zahlreichen praxisrelevanten Impulsen. In der abschließenden Diskussionsrunde sowie beim anschließenden kollegialen Austausch in entspannter Atmosphäre wurde das Gehörte vertieft und kritisch reflektiert. Ziel, neu gewonnenes Wissen direkt in den Praxisalltag integrieren zu können, wurde damit in besonderer Weise erfüllt.